GESCHICHTE

Gründungsgeschichte des Skiclubs Wägital

Am 12. Januar 1946 hoben etwas mehr als zwanzig sportbegeisterte Frauen und Männer den Skiclub Wägital aus der Taufe. Ursprünglich wurde der Verein "Skiclub Vorderthal&" genannt. 
 
Gründungsmitglieder:
Dobler Lina, Schulhaus - Frau Götti - Bettschart Xaver, Kündern - Götti Hans, sen. - Götti Hans, jun. - Gwerder Beny, Schützenhaus - Gwerder Heinrich, Schlosserei - Gwerder Paul, Rempen - Mächler Alois, Kirchplatte - Mächler Hans, Transporte - Mächler Josef, Kirchplatte - Mächler Lenz, Transporte - Marty Adolf, Feusiguot - Schnyder Melk, Lücherli - Schuler Alois, Hackrute - Schuler Josef, Hackrute - Ziltener Alfred, Sonne - Ziltener Alois, Sonne
 
Zum Präsidenten wurde Hans Götti, sen. gewählt. Neumitglieder hatten einen Beitrag von Fr. 3.-- zu entrichten.
 
Mit grossem Sportgeist uns Enthusiasmus wurde die Sache in Angriff genommen. Bereits an der ersten Hauptversammlung vom 1. Dezember 1947 konnten weitere aktive Mitglieder in den Verein aufgenommen werden. Das Training, das intensiv bestritten wurde, leitete Xaver Betschart, dem der Skiclub viel zu verdanken hat. Auch im Bereich Skipräparation war er sehr versiert und konnte den Läufern machen Trick beibringen. An normalen Samstagen war es keine Seltenheit, trainingshalber zweimal auf die "Nüssen" (rund 1600 m ü.M.) zu steigen. Bald wurde auch die "Nüssen-Abfahrt" ins Leben gerufen.

Im Jahre 1947 fand ein Riesenslalom in der "Eisenburg" oberhalb von Siebnen statt, an dem auch Wägitaler teilnahmen. Sieger bei den Senioren II wurde Xaver Betschart, Zweiter wurde Ady Item. Ein weiteres Rennen im Hoch-Ybrig besuchten einige unentwegte "Skiclübler" zu Fuss! Samstags startete man im Dorf Vorderthal und marschierte in rund 3 1/2 Std. via "Salzlecki" - "Tannstofel" - Studen nach Unteriberg. Dort wurde übernachtet. Am Sonntag stieg man nach der Frühmesse nach Oberiberg hoch, benützte den Roggenstock-Lift und gelangte so ins Hoch-Ybrig.
Man fuhr das Skirennen und kehrte gleichentags auf den Skiern zurück ins Vorderthal - natürlich bei Dunkelheit.
Diese enorme Leistung schien die Skirennfahrer zu beflügeln, wurde doch Ady Item - einer der "Skiwanderer" zugleich Tagessieger.
Weitere erfolgreiche Wägitaler: Alois Diethelm im 3. und Emil Hegner im 6. Rang. Das waren noch Zeiten (ein Weg ist ca. 20 Kilometer).
Mit der Zeit besuchten die Skiclub-Mitglieder Anlässe auswärts wie: Interclub Rennen, Etzelrennen, "Stöcklichrüz Derby" usw.
Den "Muttri"-Riesenslalom führte der Skiclub Wägital mehrmals durch.
Freundschaftsrennen mit den beiden Vereinen SC Katourg Zürich und SC Fluhberg Zürich organisierte man auch damals schon.
Daneben verpflichtete sich der SC Wägital auch, den Eröffnungs-Riesenslalom, die alpinen Wägitaler Skitage und die ZSV-Meisterschaften zu übernehmen.
Im Hüttenwesen sind wir auch nicht untätig gewesen. Insgesamt vier Clubhütten wurden unterhalten: in der "Salzlecki", "Dorlaui" auf dem "Rötstock" und die heutige Hütte auf der "Sattelegg". Für all diese Aufgaben brauchte es immer wieder arbeitsfreudige, idealistische Mitglieder, die schon damals nicht immer leicht zu finden waren.
 
 
1950 hatten die Gemeinde und der Skiclub allen Grund zum Feiern, wurde doch der Skilift Vorderthal in Betrieb genommen! Für das Rettungswesen stellten sich ebenfalls Mitglieder des SC Wägital zur Verfügung.
In der Folge wurde auch eine JO-Abteilung ins Leben gerufen, die viele erfolgreiche Sportler hervorbrachte.
Der SC Wägital hat sich zu einem grossen, aktiven Verein entwickelt. Hoffen wir, das er weiterhin von aktiven und idealistischen Mitgliedern unterstützt wird.
Bericht von Emil Hegner, Siebnen
  

 

 

 

"Muttri"-Riesenslalom
 
Gelangt man vom Vorderthal ins Innerthal, erhält man einen imposanten Eindruck einer Bergkette mit mehreren Zweitausendern. Ein besonders Mächtiger ist der "Muttristock" mit seinen 2294 m.
 
Einige Unentwegte aus dem SC Wägital setzten sich zum Ziel, in diesem prächtigen Skigebiet einen Riesenslalom von 4200 m Länge durchzuführen. Man muss sich dabei bewusst sein, dass kein Skilift oder eine Bahn benützt werden konnte, um das gesamte Material ins Renngebiet zu bringen. Nur schon der Weg von der Strasse beim Ende des Wägitalersees zum Ziel ("Rinderweidhorn") ohne Material ist beschwerlich genug. Aber jegliches Material wie Torstangen, Flaggen, Absperrmaterial, Zeitmessung, Verpflegung, Sanitätsmaterial, Rettungsschlitten mussten mit Muskelkraft nach oben transportiert werden. Ebenfalls zu erwähnen ist, dass die Piste auf ihrer gesamten Länge zu Fuss präpariert wurde. 
  
Gestartet wurde dieses aussergewöhnliche Rennen auf dem "Plattenfirst", etwas unterhalb der Spitze des Muttristockes. Alle Rennfahrer (und Funktionäre) stiegen mit Fellen zum Start hoch. Die Felle wurden im Anschluss an das Rennen mit einem Rettungsschlitten ins Zielgelände gebracht.
Wenn es die Schneeverhältnisse erlaubten, führte der SC Wägital diesen Riesenslalom mit gutem Erfolg durch. Dass dieses Rennen sehr beliebt war, dokumentiert die erstaunliche Anzahl von maximal 232 Startenden.

 

 

 

Die Bedeutung des "Muttri"-Riesenslaloms mögen die folgenden bekannten Skigrössen illustrieren. 
 
Damen:
Marie-Louise Forrer Wildhaus, Elsa Forrer Wildhaus, Hedy Ruoss Wägital, Josy Betschart Wägital

Herren:
Hans Forrer Wildhaus, Georges Landolt Galgenen, Fritz Forrer Wildhaus, Willi Forrer Wildhaus, Jakob Tischhauser Parpan, Luzi Bergamin Lenzerheide, Tobias Glarner Luchsingen, Hans Lüscher Niederurnen, Heini Hemmi Parpan, Luzi Seeli Parpan
Weiter erfolgreiche Teilnehmer:
Roger Staub Arosa, Beat Fopp Davos, Roland Bläsi Lenzerheide, Andreas Sprecher Davos, Sepp Wittenwiler SC Speer, Emil Meier SC Speer, Sepp Abderhalden SC Speer, Hansueli Mettler, Peter Lüscher, Heinz Steger
Bericht von Emil Hegner, Siebnen